GT7-Stewardleitfaden

Grundsatz der afterwork Racing League

Die Bewertungskriterien sind kein Strafautomatismus.

Sie dient der Kalibrierung zwischen Stewards, nicht der Mechanisierung von Entscheidungen.

Konsistenz entsteht nicht durch Härte – sondern durch eine gemeinsame Bewertungsbasis.

  • Kriterien

     

    Keine Überlappung

    Keine signifikante Überlappung

    Liegt zum maßgeblichen Zeitpunkt (normaler Einlenkpunkt) keine signifikante Überlappung vor, ist der führende Fahrer berechtigt, die Ideallinie zu wählen. Er muss keinen Platz gewähren.

    Der Hintermann muss zurückziehen
    Überlappung

    Signifikante Überlappung

    Sobald eine signifikante Überlappung vor dem üblichen Einlenkpunkt zwischen den Fahrzeugen hergestellt ist, sind beide Fahrer gleichermaßen verpflichtet, alles Zumutbare zu unternehmen, um eine Kollision oder sonstige Beeinträchtigung zu vermeiden. Ab diesem Punkt gilt für den Vordermann die Eine-Autobreite-Regelung.
    Grundsatz: Der äußere muss seine Linie halten, darf nicht weiter nach Innen ziehen.">Überlappung 2

    Signifikante Überlappung - Kurvenausgang

    Man darf den Gegner am Kurvenausgang beim Rausbeschleunigen „verhungern“ lassen – das heißt, du brauchst ihm weiterhin nur eine Autobreite Platz lassen, um ihm den Kurvenausgang so schwer wie möglich zu machen. Man muss nicht nach außen ausweichen, auch wenn da noch Platz ist

    Grundsatz: Der äußere muss seine Linie halten, darf nicht weiter nach Innen ziehen.
    Überlappung und Apex

    Apex keine Überlappung

    Besteht ab dem Apex keine signifikante Überlappung mehr, hat der vordere Fahrer freie Linienwahl (im steht die Ideallinie zu) und der Hintermann muss zurückziehen
    braking

    Moving under Braking

    Ein Fahrer darf seine Linie beim starken Bremsen nicht abrupt ändern, wenn ein nachfolgender Fahrer dadurch ausweichen oder kollidieren müsste.

    Auch darf er nicht kurz vor Beginn der Bremszone abrupt die Linie wechseln und dann auf die Bremse gehen.

    Trailbraking ab normalem Einlenkpunkt ist ok.

     

  • Signifikante Überlappung - Regel

    Signifikante Überlappung bedeutet Front, Vorderachse in Höhe Hinterachse des Vordermannes. Dies lässt sich nicht auf den Millimeter bestimmen, daher gibt es für die Stewards einen gewissen Spielraum, Überschneidungen zu beurteilen.

    Aufgrund des höheren Risikos wird man speziell bei dichtem Fahrerfeld kleinlicher sein.

    Bei Verbremsern wird empfohlen zum Kurvenäußeren auszuweichen. Ein Ausweichen ins Kurveninnere und folgender Kollision wird als "DiveBomb" und aggressiven (grob fahrlässig) Fahren gewertet, auch wenn es ein fahrlässiger Verbremser war.

  • Eine-Autobreite-Regelung

    Wenn du als Kurvenäußerer verteidigst und ein Angreifer innen neben dir ist:

    • Du musst dem inneren Fahrzeug exakt so viel Platz lassen, dass es mit allen vier Rädern innerhalb der weißen Linien (oder auf den Curbs, falls diese als Teil der Strecke definiert sind) bleiben kann.

    Pflicht, die jeweilige Spur zu halten:

    • Der Innere darf nicht nach außen driften, raustreiben lassen, um den Gegner rauszuschieben oder sich anzulehnen.
    • Der Äußere darf nicht unnötig weiter nach Innen ziehen.
  • Unsafe-Return

    Wenn ein Fahrer bei einem Unfall die Kontrolle über sein Auto komplett verloren hat, muss er die Bremsen halten, bis die Kontrolle zurückgewonnen ist und genügend Lücke besteht, um wieder auf die Ideallinie zu gelangen. Das Ziel ist es, so vorhersehbar wie möglich zu sein, damit andere Fahrer keine weiteren Unfälle verursachen.


    Wenn ein Fahrer abseits der Strecke ist, muss er sicher und vorhersehbar auf die Strecke zurückkehren und Fahrzeugen auf der Rennlinie Vorrang gewähren. Meistens bedeutet das, dass sie parallel zur Strecke, außerhalb der Rennlinie, wieder ankommen. Unsafe Returns und/oder das Nichthalten der Bremsen können nach Ermessen der Stewards zu einer Strafe führen.

  • Fahrlässigkeit im Rennkontext

    Im Motorsport sind nicht alle Fehler gleich zu bewerten.

    Die Einordnung erfolgt anhand des Maßes an Sorgfalt, das von einem Fahrer auf diesem Leistungsniveau erwartet werden darf.

    Grundsätzlich unterscheiden wir:

    • Normale Fahrlässigkeit
    • Grobe Fahrlässigkeit

    Fahrlässiges Verhalten (normale Fahrlässigkeit)

    Ein Fahrer handelt fahrlässig, wenn er die gebotene Sorgfalt außer Acht lässt, obwohl er die Situation bei angemessener Aufmerksamkeit hätte richtig einschätzen können.

    Typische Merkmale:

    • leichte Fehleinschätzung der Bremszone
    • minimaler Bremspunkt-Fehler mit Folgekontakt
    • unterschätzter Dirty-Air-Effekt
    • kleiner Lenkfehler im engen Zweikampf
    • situatives Untersteuern ohne übermäßiges Risiko

    Hier liegt ein Fahrfehler vor — kein rücksichtsloses Verhalten.

    Grob fahrlässiges Verhalten

    Ein Fahrer handelt grob fahrlässig, wenn er die gebotene Sorgfalt in besonders schwerem Maß verletzt — also Risiken eingeht, die für einen Fahrer offensichtlich unvertretbar sind.

    Hier ist nicht mehr von einem „Rennfehler“, sondern von einer klar überzogenen Risikoentscheidung auszugehen.

    Typische Merkmale:

    • unrealistischer Divebomb ohne signifikante Überlappung
    • massives Verbremser-Manöver ohne Kontrolle
    • bewusste Inkaufnahme eines Kontakts
    • spätes „Reinhalten“, obwohl der Kurvenverlauf keinen Platz bietet
    • riskantes Verteidigen mit abruptem Spurwechsel unter Bremsen

    Hier war für einen erfahrenen Fahrer klar erkennbar, dass das Manöver sehr wahrscheinlich zu einem Kontakt führen würde.

    Keine Bewertung nach Ergebnis, sondern nach Verhalten

    Wichtig:

    Die Schwere des Schadens allein definiert nicht die Schwere der Fahrlässigkeit.

    Ein kleiner Rempler kann grob fahrlässig sein.

    Ein großer Unfall kann aus einfacher Fahrlässigkeit entstehen.

    Entscheidend ist:

    • die Entscheidungsqualität
    • die Risikobewertung
    • das Maß der Kontrollierbarkeit
  • Bewertungsrichtlinien

    Fokus auf den konkreten Vorfall

    Es ist ausschließlich der konkrete Vorfall zu bewerten. Ereignisse, die zeitlich davor liegen, sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie unmittelbar ursächlich für die gemeldete Situation sind.

    Bereits abgeschlossene oder bereinigte Situationen bleiben unberücksichtigt.

    Objektiver Maßstab statt subjektiver Wahrnehmung

    Die Bewertung erfolgt unabhängig davon, was ein Fahrer gedacht hat oder gedacht haben könnte.

    Maßgeblich ist ausschließlich, wie ein erfahrener Fahrer mit angemessenem Risikomanagement in der jeweiligen Situation gehandelt hätte.

  • Rennintelligenz (Fahrweise)

    „Es wird nicht Ehrgeiz oder Wettkampf bestraft, sondern mangelnde Rennintelligenz (Race-Craft).“

    • Vorausschauendes Fahren
    • Erkennen von Entwicklungen (z. B. Verkehr, Gegnerverhalten, Streckenzustand), bevor sie kritisch werden.
    • Risikomanagement
    • Abwägen, wann ein Angriff sinnvoll ist – und wann Zurückhaltung mehr bringt als Aggressivität.
    • Situationsanpassung
    • Anpassung von Linie, Tempo und Verhalten an äußere Faktoren (z. B. Reifen, Wetter, Rennphase).
    • Konstanz statt Einzelaktion
    • Fokus auf stabile Rundenzeiten und Fehlervermeidung statt kurzfristiger, riskanter Vorteile.
    • Regelkonformes und faires Verhalten
    • Einschätzen von Zweikämpfen so, dass Strafen oder unnötige Kollisionen vermieden werden.

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